Donnerstag, Mai 19, 2022

Neu-Ulm | Schwerverletzter nach Messerangriff in Kleingartenanlage – Arzt verständigt Polizei

Ein Gewaltdelikt unter Verwendung eines Messers sorgte am Samstag, 30.04.2022, für einen größeren Polizeieinsatz in Neu-Ulm.

Am Abend des Samstags, gegen 22.00 Uhr, wurde ein 54-jähriger, aus Kasachstan stammender Mann mit schweren Stichverletzungen in der Donauklinik Neu-Ulm aufgenommen.

Der Arzt in der Notaufnahme ließ die Polizei verständigen, weil er aufgrund des Verletzungsbildes eine Gewalttat durch Messerstiche nicht ausschließen konnte.

Auf Grund der Schwere der Verletzungen erfolgte eine Verlegung in die Universitätsklinik Ulm, wo eine Notoperation durchgeführt wurde. Inzwischen ist der Mann außer Lebensgefahr.

Ersten Ermittlungen zufolge fand am Tattag in einer Parzelle der Schrebergartenanlage am Donaubad in Neu-Ulm eine Privatfeier mit mehreren Personen statt. Dort geriet der 54-Jährige gegen 21.30 Uhr mit einem 40-Jährigen in einen Streit, in dessen Verlauf der Ältere den Jüngeren einmal mit der Faust schlug, sodass dieser rücklings „durch“ einen Glastisch fiel. Der 40-Jährige geriet dadurch so in Wut, dass er mit einem Messer mehrmals auf den Bauch- und Brustbereich des 54-Jährigen einstach, bis der Angriff von anderen Teilnehmern unterbunden wurde. Danach entfernte er sich von der Feier in unbekannte Richtung. Der unbeteiligte Gastgeber setzte den Schwerverletzten in sein Auto und verbrachte ihn in die Donauklinik in Neu-Ulm.

Die Polizeiinspektion Neu-Ulm leitete Sofortmaßnahmen zur Klärung des Sachverhalts, zur Spurensicherung und zur Täterfahndung ein. Die weiteren Ermittlungen wurden noch in der Nacht von der Kriminalpolizei Neu-Ulm übernommen. Es wurden umfangreiche Maßnahmen zur Täterergreifung eingeleitet, was zunächst zur Auffindung des Mobiltelefons des Tatverdächtigen und letztlich auch zur Auffindung des Tatmessers führte. Am späteren Sonntagnachmittag wurde im Rahmen von Fahndungsmaßnahmen festgestellt, dass sich der Tatverdächtige seiner Wohnung in einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber näherte. Dort konnte er festgenommen werden, wobei er geringen Widerstand leistete. Beim Tatverdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Familienvater georgischer Abstammung, der im März diesen Jahres mit seiner Familie aus der Ukraine nach Deutschland geflüchtet war.

Am Montag, 02.05.2022, wurde der Beschuldigte dem Haftrichter beim Amtsgericht Memmingen vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Der Beschuldigte wurde im Anschluss in eine bayerische Justizvollzugsanstalt (JVA) eingeliefert.

Die weiteren Ermittlungen zu den detaillierten Tatumständen und Hintergründen werden unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Memmingen von der Kripo Neu-Ulm fortgeführt.

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